Blog Archiv: Life Quest August 2008

FREIDENKER-WARNUNG

Wenn du dich nicht mit extrem unkonventionellen Ansichten auseinanderseten willst, dann verlasse diese Seite sofort. Andernfalls droht dir die Gefahr, dass du dich psychischem Stress aussetzt und dein Weltbild zusammenbricht. Wenn du dir die Texte auf dieser Website durchliest, nimmst du das Risiko in Kauf zum Nachdenken gebracht zu werden. Bei Menschen, die dies nicht gewohnt sind, kann dies zu schweren unwillkürlichen psychischen Abwehrreaktionen führen. Zur oberflächlichen Symptombehandlung reichen im Normalfall aber Verdrängung, Antidepressiva und Psychotherapie völlig aus.

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16.8.2008 (Samstag): Life Quest

Hinweis: Dieser Beitrag bezieht sich aus den Blogeintrag "Das Parlament des Geistes" vom 16.8.2008 im Die Welt ist schlecht Blog.

Nach meinem hoffnungslosen Geheule kam mir dann auf einmal der rettende Gedanke. Ich konnte mich eigentlich zu fast nichts jemals wirklich motivieren, außer vielleicht dazu, Computerspiele durchzuspielen. Hmm, dann mache ich mein Leben doch zu einem Computerspiel. Ein Titel ward schnell gefunden: Life Quest.

Spielerauswahl: Michael "Metafire" Hrenka (wer auch sonst, mir bleibt da wenig Auswahl).
Spielziel: Keines, das ist ein Spiel ohne Ende.
Prinzip: Für Sachen, die ich mir wünsche zu tun (die den Parteiprogrammen von PIA oder SV und vielleicht von LF entsprechen), gebe ich mir Punkte. Für Dinge, die totaler Schwachsinn sind, bekomme ich Minuspunkte. Das ganze wird am Ende des Tages addiert und bildet dann meine Tagespunktzahl. Die Punktzahlen aller Tage werden addiert und ergeben dann die Gesamtpunktzahl.

Ich habe eine kleine Liste von Aktionen mit den jeweiligen Punktzahlen. Wenn ich ein Computerspiel außer Life Quest spiele, dann gibt das schonmal -100 Punkte. Für ne Stunde Lernen gibt's 15 Punkte und für ne Stunde Sci-Fi Schreiben gibt's 25 Punkte. Wenn ich an einem Tag gar nichts Produktives leiste, bekomme ich auch -100 Punkte, damit ich ja nicht auf die Idee komme, völlig herumzugammeln. Daneben gibt's noch so Kleinkram wie Joggen und Fitnesstraining, welche ebenfalls ein paar Punkte geben.

So, die ersten Tage von Life Quest habe ich schon hinter mir. Hier mein Punktestand:
1. Tag (Donnerstag, 14.8.2008): 26 Punkte
2. Tag (Freitag, 15.8.2008): 21 Punkte
Gesamtpunktzahl: 47 Punkte. Ein netter Anfang, aber noch etwas wenig. Mal schauen, was sich da noch machen lässt.

28.8.2008 (Donnerstag): Absturz und Erholung

Ich habe ja eine Weile lang nichts von meinem Life Quest Projekt hören lassen, aber es ist in der Zwischenzeit tatsächlich weitergelaufen und ich bin immernoch davon überzeugt, dass es sich hierbei um meinen bisher besten Ansatz zur Motivation handelt (das bin ich natürlich immer, wenn ich einen neuen scheinbar genialen Einfall habe, aber das tut der Sache keinen Abbruch). Leider war mein System anfangs etwas offenbar unvollständig und schlecht eingestellt. Außer den Life Quest Punkten hatte mein System keine echte Belohnung enthalten, was sich als Fehler herausgestellt hat. Das sieht man am Verlauf der täglichen Punkte:

3. Tag (Samstag, 16.8.2008): 21 Punkte
4. Tag (Sonntag, 17.8.2008): -89 Punkte
5. Tag (Montag, 18.8.2008): 55 Punkte
6. Tag (Dienstag, 19.8.2008): -200 Punkte
7. Tag (Mittwoch, 20.8.2008): -80 Punkte
8. Tag (Donnerstag, 21.8.2008): -75 Punkte
9. Tag (Freitag, 22.8.2008): - 85 Punkte
10. Tag (Samstag, 23.8.2008): -84 Punkte
11. Tag (Sonntag, 24.8.2008): 25 Punkte
12. Tag (Montag, 25.8.2008): 71 Punkte
13. Tag (Dienstag, 26.8.2008): 41 Punkte

Punktestand insgesamt: -353 Punkte Am 4. Tag war ich einfach nur zu unmotiviert irgendetwas zu tun und habe daher die 100 Minuspunkte Faulheits-Penalty kassiert. Mein richtiger Absturz begann am Dienstag wo ich einen Rückfall hatte und auf Kongregate ein paar ziemlich fessende Spiele gezockt habe (wer sich auch so einen Absturz gönnen will, kann ja mal Protector und Protector: Reclaiming the Throne ausprobieren, beides recht knifflige Strategiespiele). Am Samstag habe ich dann offenbar alle interessanten Games durchgespielt und konnte mich damit wieder fangen.

Meine Lehren aus diesem Desaster waren:

  1. Ich brauche ne wirkliche Motivation, um Punkte zu sammeln, sonst mach ich nur Minuspunkte, wenn ich gerade keinen Bock darauf habe, etwas sinnvolles zu tun. Mein erster und immernoch aktueller Ansatz ist es für jede 1000 Punkte-Marke, die ich (zum ersten Mal) erreiche, mir einen "Exzess" zu gönnen, also einen Tag, an dem ich mich mal so richtig gehen lassen kann mit allem, was dazu gehört (ja, sogar Computerspiele sind da wieder erlaubt ;)) (alles andere erst recht). Es macht schon Sinn, dass ich mich von Drogen wie Alkohol und Koffeein in letzter Zeit ziemlich zurückhalte, denn so dürften sie bei nem Exzess ihre optimale Wirkung entfalten.
  2. Meine angesetzten -100 Punkte für das Computerspielen sind eine viel zu geringe Abschreckung. Inzwischen habe ich sie auf das über 3-fache angehoben; mit ziemlich gutem Erfolg bisher.

Abgesehen davon habe ich auch mehr Aktivitäten hinzugefügt, die mir Punkte bringen, etwa Punkte dafür, dass ich Vormittags aufstehe (ja, bei so nem Absturz ist selbst das nicht mehr gewährleistet - Ferien sei dank)(5 Punkte) oder auch dafür, dass ich so nen Blogeintrag wie diesen hier schreibe (10 Punkte). Darüber hinaus habe ich auch die Punktzahlen anderer Tätigkeiten erhöht bzw. angepasst, für die ich wirklich viel Motivation brauche, also etwa Aufstehen, Sport und Lernen.

Mein Schreibprojekt für diese Semesterferien habe inzwischen abgeschrieben. Die letzten 7 Wochen meiner vorlesungsfreien Zeit will ich dazu nutzen, einige Vorlesungen zu widerholen und ein paar Bücher durchzuarbeiten. Aber auch hierbei sollte ich mich wohl besser ranhalten.

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© Michael Hrenka, 2008