Blog Archiv: Die Welt ist schlecht Dezember 2007

FREIDENKER-WARNUNG

Wenn du dich nicht mit extrem unkonventionellen Ansichten auseinanderseten willst, dann verlasse diese Seite sofort. Andernfalls droht dir die Gefahr, dass du dich psychischem Stress aussetzt und dein Weltbild zusammenbricht. Wenn du dir die Texte auf dieser Website durchliest, nimmst du das Risiko in Kauf zum Nachdenken gebracht zu werden. Bei Menschen, die dies nicht gewohnt sind, kann dies zu schweren unwillkürlichen psychischen Abwehrreaktionen führen. Zur oberflächlichen Symptombehandlung reichen im Normalfall aber Verdrängung, Antidepressiva und Psychotherapie völlig aus.

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2.12.2007

Heute habe ich bei Wikipedia nachgeschaut, was hinter dem Begriff des Privatdozenten steckt. Unerfreulicher Weise musste ich erfahren, dass man damit eigentlich kein Geld verdienen kann. So ein Scheiß! Also muss ich entweder gleich Professor werden oder meinen Lebensunterhalt doch ganz auf andere Weise verdienen. Mist! Obwohl - Professor werden ist eigentlich ganz leicht - zumindest auf dem Papier. Neulich hat ein Kommilitone von mir Post von der GEZ erhalten, in der er dazu aufgefordert wurde, GEZ Gebühren zu zahlen, da er ja jetzt als Professor genügend Geld verdienen würde. Andererseits bringt es nichts, von irgendeiner Behörde angeblich zum Professor ernannt zu werden, wenn man dann doch nicht bezahlt wird.

Folglich muss ich wohl doch Bücher schreiben oder um Spenden bitten, um es mir leisten zu können, auch in Zukunft noch in Deutschland nicht gerade auf der Straße leben zu müssen. Hmm, am besten fange ich gleich jetzt damit an - natürlich mit dem leichteren: Um Spenden bitten. Dazu hier meine Bankverbindung:

Warum solltest du mir etwas spenden?

  1. Damit hilfst du mir, die Welt zu verbessern.
  2. Ich bin motivierter, meinen genialen Zynismus zu verbreiten.
  3. Ich muss dich nicht auf der Straße um Kleingeld anbetteln.
  4. Du kannst dich großartig fühlen, weil du mir geholfen hast.
  5. Ich setze mein Geld wahrscheinlich für sinnvollere Zwecke ein als du.
  6. Ich bin ein armer Student und brauche das Geld.

Aber denk ja nicht, dass du durch ne Spende bei mir was gut hättest. So läuft das bei mir nicht! Du sollst mir nur was spenden, weil ich so toll bin und nicht, damit ich dir einen Gefallen leiste - das kostet extra, falls es sich überhaupt um etwas handelt, wofür ich mich bezahlen lasse.

So, das wäre jetzt mal geklärt. Nun zum zweiten Teil: Bücher schreiben. Nicht jetzt. Dafür habe ich keine Zeit. Und Erfahrung habe ich auch nicht. Aber dafür gibt es ja die vorlesungsfreie Zeit. Wenn ich sie nicht gerade wieder damit vergeuden werde, sinnlos herumzugammeln.

Die letzten Ferien war ich recht viel damit beschäftigt, meine unermessliche (d.h. nicht messbare) Weisheit in das Plateau Trivial einfließen zu lassen. Leider ist dieses - wie so viele idealistische Unternehmen - in letzter Zeit ziemlich den Bach heruntergegangen (vermutlich weil meine Aktivität dort nachgelassen hat :p). Der Initiator "Nemesus" ist einer der wenigen Menschen, die ich wirklich interessant finde: Ein total engagierter, chaotischer, übermotivierter Idealist, der zumindest semi-genial ist und oft den Eindruck macht, als wäre er auf Speed - auf jeden Fall ein sehr unterhaltsamer Charakter.

Also gut, weiter im Programm. Ich will ja über den schier unerträglichen Zustand der Welt lamentieren.

Erster Punkt: Deutschland ist auf dem besten Wege, in Sachen Bildungspolitik zu einem Entwicklungsland zu werden. Ich sage nur: Studiengebühren! Das kann doch nicht funktionieren! Wenn man Studiengebühren zahlen muss und zufälligerweise nicht reiche Eltern hat (ein Fall, den CDU Politiker womöglich nicht für realistisch halten), muss man neben dem Studium natürlich jobben. Ok, zugegeben: Ich wollte sowieso Tutor werden - aus Mitleid mit den armen Studenten, welche von Professoren schikaniert werden, die nicht lehren können. Und auch weil's ne tolle Möglichkeit ist, die Sachen zu wiederholen, die ich sowieso noch nie selber verstanden habe. Zurück zum Punkt: Eigentlich reicht so ein Tutorenjob nicht zu Leben. Erst recht nicht, wenn man Studiengebühren zahlen muss. Deswegen muss ich noch bei meiner Mutter wohnen. Mein Vater ist dieses Jahr völlig unerwartet gestorben. Er hat mir ein unglaublich gewaltiges Vermögen von 10000€ hinterlassen - weswegen ich auch kein BaföG bekomme. Ok, von daher bin ich im Prinzip doch nicht so wahnsinnig arm, aber auch nicht gerade ein wohlhabender Angehöriger der Mittelschicht.

Zurück zu den Studiengebühren. Mehr Studientgebühren bedeuten, dass die Studenten mehr arbeiten müssen. Mehr Arbeit bedeutet natürlich weniger Zeit für's Studium. Weniger Zeit für's Studium führt zu einer Verlängerung des Studiums. Aber das macht ja auch irgendwo Sinn: Vor wenigen Jahren mussten nur Langzeitstudenten Gebühren zahlen. Jetzt sind de facto alle Studenten als Langzeitstudenten eingestuft und müssen daher auch zahlen und lange studieren.

Der größte Vorteil, den ich bisher von den Studiengebühren wahrgenommen habe, sind die Gewürze in der Mensa - vor Einführung der Studiengebühren gab es keine Gewürze. Juhu! Aber die Leute müssen natürlich alles übertreiben und das Geld gleich möglichst sinnlos raushauen: Einige Wochen lang gab es neben den Gewürzen also auch Tischdecken(!) in der Mensa - inzwischen nicht mehr; ich vermute jemand hat sich wegen dieser Geldverschwendung beschwert (zu Recht!).

Durch Studiengebühren wird das Studium natürlich nicht besser (höchstens das Mensaessen). Die Professoren sind genauso schlecht bzw. gut (selten!) wie vorher und einen Sinn macht das Studium nach wie vor nicht. Studenten sind nach wie vor ein Störfaktor am Wissenschaftsinstitut Universität, das 100 Mal eher danach bewertet wird, wie viele Papers und Forschungsergebnisse produziert werden, als nach der Güte der Lehre. Meine neueste Erkenntnis besteht darin, dass Vorlesungen nicht dazu gedacht sind, dass man etwas versteht, sondern dass man mit dem konfrontiert wird, was man nicht versteht (damit man weiß, was man nicht versteht, aber vielleicht irgendwann verstehen sollte). Das ist auch der Grund, warum man Vorlesungen nacharbeiten (oder lieber ganz meiden) sollte.

Daher nun meine genialen Vorschläge zur Verbesserung des Studiums:

  1. Dozenten werden nach Leistung bezahlt. Die Leistung wird in der Lehre durch die Evalutationsumfragen zu den Vorlesungen gemessen.
  2. Es sollte so etwas wie einen Lehrplan geben, in dem auch der Stoff der Vorlesungen zumindest grob vorgegeben ist.
  3. Zukünftige Vorlesungen und sonstige Veranstaltungen sollten mindestens 2, besser sogar 4 Semester im Voraus geplant und angekündigt werden, damit man das Studium auch irgendwie durchplanen kann.
  4. In den Tischen der Vorlesungssäle sollten drei Knöpfe eingebaut werden, die jeder Student bei Gelegenheit drücken kann: "Erklären", "Weiter" und "Gehaltsabzug" (ok, der letzte Punkt ist nicht von mir, sondern von einem Kommilitonen) ;)
  5. Es werden gute (!) Lehrbücher geschrieben.

Zweiter Punkt: Im Fernsehen läuft nur Schrott. Ja, heute habe ich mal wieder den Fernseher eingeschaltet - großer Fehler! Eigentlich gibt es nur eines, das am Fernsehen gut ist: Star Trek. Leider habe ich schon mehr oder weniger alle Folgen gesehen, also gibt es nichts gutes mehr an und im TV. Na gut, ein paar Sachen sind nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut oder gar pädagogisch wertvoll. Ich sollte es mir total abgewöhnen, den Fernseher einzuschalten - eigentlich sollte ich ihn gleich verkaufen (gute Idee, muss ich auch meine ToDo-Liste setzen).

Dritter Punkt: Ich habe keine Zeit. Eigentlich ist das gut, weil ich mir keine Gedanken machen müsste, was ich tun soll. In der Realität sieht es aber so aus, dass ich mir trotzdem Gedanken darüber mache und so de facto weniger als gar keine Zeit für irgend etwas habe. Und diese negative Zeit fließt dann in so tolle nutzlose Projekte wie diesen Schmierzettel hier. Ich brauche offensichtlich ein noch besseres Zeitmanagement (oder eine Zeitausdehnungsmaschine (könnte ich mir wegen des zu erwartenden hohen Stromverbrauchs aber eh nicht leisten)).

Schönes Leben noch! Tschüss.

9.12.2007

Ich habe beschlossen, diese Rubrik wöchentlich zu aktuallisieren. Das impliziert leider, dass es nicht unbedingt immer etwas unglaublich spannendes zu berichten gibt.

Diese Woche habe ich von einem interplanetaren / interstellaren Krieg zwischen den Menschen und den Maschinen geträumt. Natürlich haben die Maschinen gewonnen. Die Menschen hatten einfach die schlechteren Technologien - und haben sich letzendlich auch nicht auf Friedensverhandlungen eingelassen. Dass sie verloren haben, geschah ihnen also ganz recht. Maschinen sind sowieso viel cooler ;)

Wenn ich lange genug lebe und reich genug werde, um es mir zu leisten, werde ich mein Bewusstsein in einigen Jahrzehnten in einen Computer laden lassen und damit mehr oder weniger unsterblich werden. Dann werde ich als Anima der Optimierung mein Unwesen treiben und alles optimieren - hat diese Welt auch ziemlich nötig.

Diese Homepage ist natürlich recht schlecht. Meine Gedanken über kollektives Bewusstsein und memetische Kriegsführung passen irgendwie schlecht in diese Rubrik. Denn kollektives Bewusstsein ist noch kein wirklicher Teil dieser Welt und memetische Kriegsführung ist nichts, was an sich schlecht wäre. Es ist ja an sich so, dass ständig alle möglichen Meme um ihre Vorherrschaft ringen (zumindest kann man die Welt so betrachten, als wäre das so). Memetische Kriegsführung wäre dann im Prinzip der Versuch, diese Memübertragung professioneller und bewusster zu gestalten. Natürlich sind schon andere Leute vor mir auf diese grandiose Idee gekommen: Werbefachleute, Lobbyisten, Politiker, Demagogen, Psychologen, Philosophen, Gurus, Lehrer, Unternehmensberater, Aktivisten, Missionare und dergleichen. Es scheint mir aber irgendwie ein Standardwerk zur memetischen Kriegsführung zu fehlen, das vergleichbar wäre mit Sun Tsus Kunst des Krieges. Es lässt sich ja nicht alles aus diesem alten Werk auf die Memetik übertragen. In einer idealen Welt wären alle Konflikte memetischer Natur und würden ohne Einsatz von irgendeiner Form von Gewalt gelöst werden. Nun, das ist zwar utopisch, scheint mir aber nicht prinzipiell unmöglich zu sein.

Leider weiß ich nicht, wie ich meine prinzipielle Auseinandersetzung mit dem deutschen Universitätssystem gewinnen kann. Da ich inzwischen mitbekommen habe, dass die Gewürze in der Mensa nichts mit den Studiengebühren zu tun haben, muss ich zu dem traurigen Schluss kommen, dass die Studiengebühren meine Studiensituation überhaupt nicht verbessern! Meiner Meinung wurden die Studiengebühren nur eingeführt, um die Studenten zu verärgern - um zu prüfen, ob sie auf diesen offensichtlichen Angriff auf ihre Geldbeutel irgendwie reagieren. Leider scheinen die allermeisten Studenten irgendwie bereit zu sein, sich das Geld aus ihrer Tasche ziehen zu lassen ohne sich zu wehren. Es gab einen Versuch die Studiengebühren zu boykottieren, aber es haben viel zu wenig Leute dabei mitgemacht.

Daher beschließe ich nun, Lesegebühren einzurichten. Jeder, der das hier liest, hat mir 10€ zu bezahlen! Dieses Geld wird offiziell dafür verwendet, um die Qualität dieses Internetangebots zu verbessern. Inoffiziell wird das Geld natürlich dafür verwendet, meine Privatbibliothek zu erweitern, aber das interessiert ja eh niemanden. Ein Lesegebührenboykott würde sowieso niemals erfolgreich sein.

Zurück zum Studium: Es ist erfoderlich, Lehre und Forschung zu entflechten! Manche Leute können besser forschen und manche besser lehren. Es hat keinen Sinn, irgendjemanden dazu zu zwingen, beides gleichzeitig zu tun. Die Lehrpflicht gehört abgeschafft! In den USA funktioniert das. Aber Deutschland besteht ja unbedingt darauf in der Bildungspolitik das Entwicklungsland zu spielen - mit dem ehrgeizigen Ziel, sich zurückzuentwickeln.

Jetzt habe ich nichts sinnvolles mehr, was ich schreiben könnte. Also verabschiede ich mich mit den Worten: Reality is just another dream, that passes by when you die.

10.12.2007

Ok, wöchtentlich, heißt: Mindestens wöchentlich. Irgendwie fühle ich mich nicht dazu imstande, etwas wirklich sinnvolles zu tun, weil ich Kopfschmerzen habe und zu müde bin. Deswegen beklage ich mich einfach mal auf diesem Schmierzettel über meinen Zustand. Natürlich macht das keinen Sinn, aber dummerweise gibt es nicht besonders viele Dinge im Leben, die irgendwie Sinn machen.

Unter die Sinnlosigkeiten des Lebens fallen unter anderem auch solche Dinge, wie Online-Persönlichkeitstests, wie etwa dieser Political Performance Indicator. Mein Ergebnis ist: Political Performance Index 86% (High86% - 100%); Rational 43%; Authoritarian 14%; Adventurous 5%; Inspired 38%. Dieses Ergebnis bestätigt natürlich mein Motto: "Ich kann alles." Eine offizielle politische Karriere wäre mir dennoch zuwider. Ich agiere lieber im Hintergrund und sorge indirekt dafür, dass das Schicksal der Welt in optimale Bahnen gelenkt wird.

Heute ist mir etwas aufgefallen: Wenn es in der Zukunft möglich sein wird, die Bewusstseine aller Menschen zu digitalisieren und von den mentalen Daten Sicherungskopien anzufertigen, würden alle physischen Angriffe auf eine derart gespeicherte Person zwecklos werden. Kriege können nicht mehr konventionell geführt werden, politisch motivierte Morde sind vergeblich. Die Menschheit wird endlich dazu gezwungen sein, ihre Konflikte diplomatisch zu lösen. Da dieses Verfahren aber doch recht nervenaufreibend ist, wird man sich in jener Zeit sehr oft unser altes barbarischeres Zeitalter zurückwünschen. Dieser Wunsch hat dann aber keine Aussicht mehr auf Realisierung, da das ja den freiwilligen Verzicht auf Unsterblichkeit bedeuten würde - es wird wohl niemals eine breite Mehrheit dafür geben.

Gerade ist mir noch etwas aufgefallen: Meine Produktivität im öffentlichen Schreiben ist in etwa proportional zur Ignoranz gegenüber den Meinungen anderer. Wenn ich etwas von den Meinungen anderer halte, schreibe ich öffentlich auch kaum etwas. Sobald es mir aber egal ist, was andere von dem Geschreibsel halten, was ich fabriziere (weil ich absolut von mir selbst überzeugt bin oder weil es mir einfach völlig gleichgültig ist, was irgendjemand davon halten könnte), schreibe ich gleich halbe Romane. Mein persönliches Ziel ist eigentlich die absolute Unabhängigkeit von möglichen Ansichten anderer Personen. Falls ich diese erreichen würde, wäre meine Produktivität nach meiner Hypothese maximal. Bis dahin muss ich aber noch kräftig üben. Irgendwie scheine ich noch zu viele Komplexe zu haben, was die Beurteilung durch andere betrifft.

Ok, also ich übe jetzt ein bisschen: Wenn du eine Meinung zu dem hast, was ich hier schreibe, dann steck sie dir doch an den Hut! Also wirklich, das interessiert doch keine Sau hier!

Naja, dieser Anfang ist noch recht bescheiden, aber es ist immerhin ein Anfang. Irgendwann wird noch ein großer Ignorant aus mir werden, der nur sein eigenes Ding durchzieht und die restliche Welt aus seinem erhabenen Elfenbeinturm-Luftschloss nur noch belächeln kann (hey, so weit weg von diesem Ziel bin ich eigentlich gar nicht entfernt...).

*belächel*

15.12.2007

Kaum habe ich etwas freie Zeit, weil ich ausnahmsweise früher mit dem Korrigieren der Übungsaufgaben von "Mathematik für Naturwissenschaftler 1" fertig bin, verschwende ich meine Zeit für sinnlose Persönlichkeitstest. Dabei weiß ich doch ganz genau, dass kein Test der Welt meine seltsame Persönlichkeit erfassen kann. Insbesondere wenn ich bei diesen englischen Tests ständig mit Wörtern konfrontiert werde, die ich noch nie in meinem Leben gehört oder gesehen habe. Trotzdem, hier eine kleine Übersicht über meine Testergebnisse:

Test: IPIP NEO five factor model of personality. Die folgenden Zahlen stellen Perzentile dar - geben also an, wie viele Leute ein niedrigeres Ergebnis hatten als ich.

Domain/Facet Score
Extraversion 6
Friendliness 0
Gregariousness 2
Assertiveness 20
Activity Level 52
Excitement-Seeking 37
Cheerfulness 23
Kommentar: Mit mir einfach so plaudern is' nich'!
Domain/Facet Score
Agreeableness 21
Trust 17
Morality 80
Altruism 1
Cooperation 46
Modesty 18
Sympathy 64
Kommentar: Ich habe zwar ein negatives Menschenbild, aber ihr armen Menschen könnt ja auch nichts dafür, dass ihr so blöd seid ...
Domain/Facet Score
Conscientiousness 90
Self-Efficacy 75
Orderliness 86
Dutifulness 89
Achievement-Striving 74
Self-Discipline 61
Cautiousness 95
Kommentar: Es wurmt mich total, dass ich so wenig Selbstdiziplin habe. Das geht so nicht an! Das muss sich ändern! Gleich jetzt! ... oder irgendwann vielleicht... später! (Niemals?)
Domain/Facet Score
Neuroticism 31
Anxiety 34
Anger 21
Depression 30
Self-Consciousness 95
Immoderation 5
Vulnerability 28
Kommentar: Ah, mein größter Knacks:

Self-Consciousness. Self-conscious individuals are sensitive about what others think of them. Their concern about rejection and ridicule cause them to feel shy and uncomfortable abound others. They are easily embarrassed and often feel ashamed. Their fears that others will criticize or make fun of them are exaggerated and unrealistic, but their awkwardness and discomfort may make these fears a self-fulfilling prophecy. Low scorers, in contrast, do not suffer from the mistaken impression that everyone is watching and judging them. They do not feel nervous in social situations. Your level or self-consciousness is high.

Da ist es doch kein Wunder, dass ich mir wünsche, den Urteilen anderer gegenüber völlig gleichgültig sein zu können. Hmm, vielleicht sollte ich nicht so viele Persönlichkeitstests ausprobieren ;)

Domain/Facet Score
Openness to experience 69
Imagination 65
Artistic Interests 8
Emotionality 53
Adventurousness 61
Intellect 84
Liberalism 92
Kommentar: Ja, irgendwie denke ich, dass man auf Kunst verzichten könnte ohne viel dabei einzubüßen. Natürlich meine ich damit nur "klassische" bildende Kunst, aber darauf hat der Test ja auch abgezielt.

Und nun ein anderer Test nach demselben Schema, aber mit signifikant anderen Ergebnissen. Der Versuch die Testergebnisse auf diese Seite zu kopieren, hat beim ersten Versuch meinen HTML-Editor abschmieren lassen...

Advanced Big 45 Personality Test Results
Gregariousness |||||| 14%
Sociability |||||| 18%
Assertiveness ||||||||||||||| 46%
Poise |||||||||||| 38%
Leadership |||||| 18%
Provocativeness |||||||||||||||||| 54%
Self-Disclosure |||||||||||| 34%
Talkativeness |||||| 18%
Group Attachment ||||||||| 22%
Extroversion ||||||||| 29%
Understanding |||||||||||||||||| 54%
Warmth ||||||||| 26%
Morality ||||||||||||||||||||| 70%
Pleasantness |||||||||||| 38%
Empathy ||||||||||||||||||||| 62%
Cooperation ||||||||||||||||||||| 66%
Sympathy |||||||||||||||||| 54%
Tenderness |||||||||||| 38%
Nurturance |||||||||||| 38%
Accommodation ||||||||||||||| 49%
Conscientiousness |||||||||||||||||||||||| 78%
Efficiency |||||||||||||||||| 58%
Dutifulness ||||||||||||||||||||| 66%
Purposefulness ||||||||||||||||||||| 66%
Organization |||||||||||||||||||||||||||| 90%
Cautiousness |||||||||||||||||||||||||||| 82%
Rationality |||||||||||||||||||||||| 74%
Perfectionism |||||||||||||||||||||||| 78%
Planning ||||||||||||||||||||| 70%
Orderliness |||||||||||||||||||||||| 73%
Stability ||||||||||||||||||||| 70%
Happiness ||||||||||||||||||||| 66%
Calmness |||||||||||||||||| 58%
Moderation ||||||||||||||||||||| 62%
Toughness |||||||||||||||||||||||| 74%
Impulse Control |||||||||||||||||||||||| 78%
Imperturbability |||||||||||||||||||||||||||| 82%
Cool-headedness |||||||||||||||||| 58%
Tranquility ||||||||| 26%
Emotional Stability ||||||||||||||||||||| 63%
Intellect ||||||||||||||||||||| 70%
Ingenuity |||||||||||||||||||||||||||| 90%
Reflection ||||||||||||||||||||| 70%
Competence |||||||||||||||||||||||||||| 82%
Quickness |||||||||||||||||||||||||||| 90%
Introspection |||||||||||||||||||||||||||| 86%
Creativity |||||||||||||||||||||||||||| 86%
Imagination |||||||||||||||||| 54%
Depth |||||||||||||||||||||||| 78%
Openmindedness |||||||||||||||||||||||| 78%
Factor low score high score
Gregariousness 14% quiet, reclusive engaging, socially bold
Sociability 18% withdrawn, hidden warm, open, inviting
Assertiveness 46% timid, gunshy controlling, aggressive
Poise 38% uneasy around others socially comfortable
Leadership 18% stays in background prefers to lead
Provocativeness 54% modest, plays it safe bold, uninhibited, cocky
Self-Disclosure 34% private, contained very open and revealing
Talkativeness 18% quiet, stealthy, invisible motor mouth, loud
Group Attachment 22% loves solitude prefers to be with others
Understanding 54% insensitive, schizoid respectful, sympathetic
Warmth 26% disinterested in others supportive, helpful
Morality 70% break/ignore the rules play by the rules
Pleasantness 38% aloof or disagreeable gets along with others
Empathy 62% out of tune w/ others in tune with others
Cooperation 66% competitive, warlike agreeable, peaceful
Sympathy 54% socially inconsiderate socially conscious
Tenderness 38% cold hearted, selfish warm hearted, selfless
Nurturance 38% self pleasing, me first people pleasing, me last
Conscientiousness 78% reckless, unscheduled careful, planner
Efficiency 58% unreliable, lazy finisher, follows through
Dutifulness 66% leisurely, derelict strict, rule abiding
Purposefulness 66% inattentive, undisciplined prepared, focused
Organization 90% relaxed, oblivious detail oriented, anal
Cautiousness 82% impulsive, spendthrift restrained, cautious
Rationality 74% irrational, random direct, logical
Perfectionism 78% careless, error prone detail obsessed
Planning 70% disorganized, random scheduled, clean
Stability 70% easily frustrated calm, cool, unphased
Happiness 66% unhappy, dissatisfied self content, positive
Calmness 58% touchy, volatile even tempered, tolerant
Moderation 62% needs instant gratification easily delays gratification
Toughness 74% hypersensitive, moody thick skinned
Impulse Control 78% lacks self control maintains composure
Imperturbability 82% highly emotional emotionally contained
Cool-headedness 58% demanding, controlling accommodating
Tranquility 26% emotionally volatile emotionally neutral
Intellect 70% instinctive, non-analytical intellectual, analytical
Ingenuity 90% lacks new ideas innovative, novel
Reflection 70% unreflective, coarse art and beauty lover
Competence 82% slow to understand/think intellectual, brainy
Quickness 90% intellectually dependent intellectually independent
Introspection 86% not self reflective self searching
Creativity 86% dull headed synthesizer, iconoclast
Imagination 54% practical, realistic dreamer, unrealistic
Depth 78% lacks curiosity mental explorer

Take Free Advanced Big 45 Personality Test
personality tests by similarminds.com

Irgendwie sieht man bei einem derart ausführlichen Testergebnis den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Es sagt mir einfach nichts.

Der nächste Persönlichkeitstest behauptet, ich sei ein Realist. Kann sein, aber dann wäre die Realität ziemlich verrückt. Verdammt, ich habe also Recht mit allem :D

Der Test und mein Ergebnis

Aber das ist natürlich nicht genug. Als letztes kommt noch ein Test für Persönlichkeitsstörungen. ich tendiere eher zu der Auffassung, dass Leute, die keine "Persönlichkeitsstörung" haben, einfach keine Persönlichkeit haben :P

DisorderRating
Paranoid Personality Disorder:Low
Schizoid Personality Disorder:Very High
Schizotypal Personality Disorder:Moderate
Antisocial Personality Disorder:Low
Borderline Personality Disorder:Low
Histrionic Personality Disorder:Low
Narcissistic Personality Disorder:Moderate
Avoidant Personality Disorder:Low
Dependent Personality Disorder:Low
Obsessive-Compulsive Disorder:Low

-- Take the Personality Disorder Test --
-- Personality Disorder Info --

Auf der Infoseite zur "Schizoid Personality Disorder kann man folgendes lesen:

People with schizoid personality disorder avoid relationships and do not show much emotion. Unlike avoidants, schizoids genuinely prefer to be alone and do not secretly wish for popularity. They tend to seek jobs that require little social contact. Their social skills are often weak and they do not show a need for attention or acceptance. They are perceived by others as humorless and distant and often are termed "loners."

Interessant, was man alles als Persönlichkeitsstörung auffassen kann. Den Leuten, die sich sowas ausgedacht haben, könnte man folgende Persönlichkeitsstörung zurodnen: "Everything is a Personality Disorder - Personality Disorder"

Fazit:

Persönlichkeitstest braucht kein Mensch. Alles nur reine Zeitverschwendung mit minimalem Informationsgehalt. Ich weiß zumindest selber, wie ich ticke. Da brauche ich kein Psycho-Orakel dafür.

Weiter im Text: Diese Woche habe ich angefangen Mahatma Gandhis Autobiographie "Mein Leben" durchzulesen. Der Typ hatte nun wirklich Charakter (oder wie die Psychos wohl eher sagen würden: Viele stark ausgeprägte Persönlichkeitsstörungen ;))! Seine Satyagraha ist eine wirklich sehr beeindruckende memetische Kampfkunst. Es wäre sehr zu wünschen, dass sie auch in unserem Zeitalter häufiger eingesetzt werden würde.

Ich wünschte, ich könnte mir derartige Fähigkeiten einfach in meinen Geist laden, so wie Neo sich in der Matrix asiatische Kampfkünste aneignet. Aber wir leben ja leider immernoch im "Learning by doing"-Zeitalter.

Möge die Ahimsa mit euch sein!

19.12.2007

Tiere werden von ihren Gefühlen kontrolliert. Offensichtlich. Da kann man nicht viel dagegen machen. Selbst wenn man sich dagegen zu wehren versucht.

Eines Tages dachte sich das Individuum, das diese Zeilen schreibt, dass es sich doch einmal den Webcomic Girl Genius anschauen könnte, den es vor langer langer Zeit einmal als Bookmark gespeichert hat. Gedacht, getan. Immerhin macht dieses Individuum auch mal Pausen von seinen produktiveren Tätigkeiten und da bieten sich natürlich solche Nebenbeschäftigungen wie Webcomics (oder Persönlichkeitstest *hmpf*) an.

Irgendwie war dieser Webcomic so faszinierend, dass die psychische Verteidigungsmatrix dieses Individuums innerhalb kürzester Zeit zusammengebrochen ist und Einwände wie "eigentlich sollte ich Lernen" gezielt unterdrückt wurden.

Nach etlichen Stunden hat dieses Individuum sich eine neue psychische Verteidigungsmaßnahme ausgedacht, die temporär erfolgreich war - aber auch nur temporär. (Daran muss offensichtlich noch gefeilt werden!)

Letztendlich hat sich dann doch die Standardstragtegie in solchen Situationen durchgesetzt: Weitermachen / -lesen bis zum bitteren Ende.

Leider ist das eine Strategie für Schwächlinge! All meine Versuche eine Alternative zu versuchen, sind gescheitert. Als "Krieger der Lebens" tauge ich noch nicht viel. Ich bin immernoch nur ein Tier, das versucht, etwas besseres aus sich zu machen, aber bei diesem Versuch wieder und wieder scheitert.

Einigermaßen frustiert, habe ich nun versucht, mich aus Distanz zu betrachten und muss feststellen, dass ich keine besonders beeindruckende Figur bei meinen Bemühungen mache. Ich habe zwar die mysteriöse Fähigkeit jedes philosophische Problem innerhalb von 48 Stunden "lösen" zu können, aber für Philosophie interessiert sich sowieso niemand und diejenigen, die sich dafür interessieren, haben in dieser Hinsicht auch nur Matsch im Kopf (bis auf ein paar wenige Ausnahmen wie z.B. Nietzsche).

Wenn ich mich so sehr gehen lasse, hat das allgemeinen einen recht negativen Einfluss auf mich. Ich werde faul, uneffektiv, unkonzentriert und verfressen. Außerdem plagt mich dann mein schlechtes Gewissen und meine mentale Verteidigungsmatrix heckt sich Pläne aus, wie die momentane Phase der Schwäche überwunden werden kann, was mich dann geistig total anstrengt und ermüdet.

In Folge dieser Übermüdung fällt es mir dann zunehmend schwerer pünktlich aufzustehen und mein Tagesablauf kommt dadurch gänzlich durcheinander, was mich noch mehr aus der Bahn wirft.

Nun, glücklicherweise kommt sowas bei mir nur alle paar Wochen oder Monate vor. Bei anderen Leidensgenossen scheint das ganze Leben aus solchen Phasen zu bestehen.

Maßloser Genuß zersetzt den Willen wie eine Säure. Maßvoller Genuß ist natürlich das Ideal, aber es ist sehr schwer die Schwelle zur Maßlosigkeit nicht zu überschreiten, weswegen es insgsamt viel einfacher ist, ganz auf nutzlose Ablenkungen vom Wesentlichen zu verzichten.

Mich nicht gleich von irgendwelchen Obsessionen davontragen zu lassen, ist eine Fähigkeit, die ich wohl erst noch mühsam erlernen muss. In ein paar Jahren könnte ich darin wohl schon ganz gut sein. Im Großen und Ganzen glaube ich daran, dass ich mit der Zeit einige Fortschritte mache, auch wenn mich hin und wieder doch starke Zweifel überkommen.

Der Grund für meine relative Zuversicht ist im Wesentlichen der, dass das Bewusstsein ein Geistesoptimierungsmechanismus ist. Solange ich mein Ziel bewusst verfolge, werde ich ihm auch näherkommen!

Was ist mein Ziel? Die Optimierung allen Lebens! Überwindung der Tierlichkeit, Überwindung der Sterblichkeit, Minimierung des Leidens in dieser Welt, Erlösung für alle Welten.

Alles ist wahr! Geheiligt sei das Apeiron!

23.12.2007

Die ganze Woche schon bin ich mehr oder weniger emotional verstimmt. Heute eher mehr als weniger. Ich denke irgendwie viel nach, aber dabei kommt wenig heraus. Aber ein paar Gedanken kann ich ja mal schriflich festhalten:

Die Welt ist zu kompliziert. Und die Welt der Ethik ist noch komplizierter, auch wenn so manche Kleingeister etwas anderes denken mögen. Ich habe mir überlegt, ob ich nicht manchmal ein wenig oder auch sehr viel Gewalt einsetzen könnte, um meine Ziele effektiver zu erreichen. Irgendwie bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass man den Einsatz von Gewalt nicht sinnvoll durch klare Grenzen prinzipiell einschränken kann. Andererseits ist der Einsatz von Gewalt in einem demokratischen und rechtsstaatlichen Staat kaum sinnvoll bis höchst kontraproduktiv; und in einem Staat, der diese Bedinungen eher nicht erfüllt relativ selbstmörderisch. Daher ist es rein pragmatisch gesehen, sehr sinnvoll, sich auf reine Notwehr zu beschränken und so werde ich das auch in Zukunft handhaben - langweilig, aber vernünftig.

Vernunft hilft nur in Ausnahmefällen bei inhärent unvernünftigen Wesen wie Tieren. Will man etwas bewirken, muss man die Gefühle ansprechen. Eigentlich will ich das nicht wahr haben, aber es ist leider wahr. Und ich vergesse diese Tatsache viel zu häufig. Es betrübt mich manchmal nicht nur ein klein wenig, dass es kein einziges vernünftiges Lebewesen auf diesem Planeten gibt. Aber damit muss ich wohl bis auf weiteres leben.

Außerdem habe ich herausgefunden, dass ich unglaublich langweilig bin. Andere Lebewesen sind einfach nur inkompetent oder verrückt, aber ich bin einfach nur semi-vernünftig und langweilig. Ich sollte mehr die Kraft meines wahren inneren Wahnsinns nutzen. Vielleicht würde mein Leben dadurch interessanter und unnormaler werden. Aber dazu habe ich nun wirklich keine Motivation!

Stattdessen mache ich mir Gedanken über eine Zukunft voller künstlicher Superintelligenzen, mechanischer Luftquallen, unendlicher Dyson-Sphärenkomplex-Simulationen und ähnlicher Konzpte, die mein Vorstellungsvermögen schnell an seine Grenzen stoßen lassen. Irgendwie will mein Geist es nicht wahr haben, dass ich immernoch in einer so langweiligen unfuturistischen und unmagischen Welt lebe.

Da trifft es sich gut, dass es eine Welt gibt, die voller Mysterien, Wunder und gigantischer unentdeckter Territorien ist: Die Mathematik! Leider strengt es den Geist unverhältnismäßig stark an, wenn er versucht, sich in dieser außeralltäglichen Welt umherzubewegen. Oft enden solche Exkursioen für mich am Rande der Verzweiflung. Aber ich bin ja ein Krieger, also werde ich dieses Abenteuer immer wieder wagen. Da ich auch noch Mathematikstudent bin, muss ich das sogar, aber das ist keine besonders angenehme Motivation :(

Heute habe ich übrigens herausgefunden, dass mein Bett ein Ideal ist: Wenn ich mich selber dort reinmultipliziere, komme ich nicht wieder heraus! Das ist der Anfang vom Ende. Mein Denken mathematisiert sich zunehmend. Irgendwann werde ich alle Objekte, die mich umgeben mathematisch klassifiziert haben. Aber das finde ich sogar gut, so lerne ich wirklich strukturiert zu denken ;)

Mein Traum: Ein Leben am Rande des Wahnsinns. Hochenergetisch, anders, kreativ, überraschend, genial und ohne nervende Krisen der Monotonie, der Verzweiflung, der Unsicherheit, des Zweifels und des Unwohlbefindens.

Achja, bald ist Weihnachten. Das interessiert mich nun irgendwie überhaupt mal gar nicht. Silvester auch nicht. Das ist doch jedes Jahr sowieso immer dasselbe. Es sollte jedes Jahr neue Feste geben. Das wäre mal interessant. Aber nein, der Mensch besteht ja unbedingt darauf ein Gewohnheitstier zu sein.

Eigentlich habe ich diese psychischen Tiefs, wie dieses in dem ich mich momentan befinde, gar nicht nötig. Theoretisch bin ich stark genug, sie augenblicklich zu überwinden (nur meist eben zu dumm, um das zu bemerken). Und das tue ich jetzt mal auch. Genug Zeit verplempert! ;)

26.12.2007

Ich habe tatsächlich etwas zu Weihnachten geschenkt bekommen. Skandal! Die Kunde meiner Unbeschenklichkeit hat sich wohl noch nicht so weit verbreitet. Diese hätte ich wohl wirklich in meinem Umfeld verbreiten sollen. Nun gut, so schlimm ist es auch nicht: Es handelt sich um das Buch "Fast Nackt - Mein abenteuerlicher Verusch ethisch korekt zu leben" von Leo Hickman. Ok, ein solches Abenteuer passt sicher zu mir.

Jetzt nur kurz etwas für's Protokoll: Es schneit! An Weihnachten! Ohne Spaß! Ganz ernst! Ein Wunder! Ok, mal ernsthaft: Wen interessiert's? ;)

Seit einiger Zeit plane ich, eine eigene Weltanschauungsgemeinschaft zu gründen. Die großen Weltreligionen sind ja nun wirklich von vorgestern. Es wird langsam Zeit für intelligente Konkurrenz. Leider hilft es nichts, sich bloß auf einen atheistischen oder agnostischen Standpunkt zu stellen und die Kirchen zu verurteilen. Man muss auch eine sinnvolle Alternative anbieten können. Und eben das habe ich mit Projekt Prometheus vor. Zwar habe ich für die Weltanschauungsgemeinschaft einen vernünftigeren Namen, aber den verrate ich erst einmal noch nicht öffentlich.

Meine Vorstellung von Projekt Prometheus ist die einer Religionsgemeinschaft, aber ohne Religion. Statt der Gemeinschaft eine Religion als Basis zu geben, betone ich ihre beiden ethischen Grundfesten: Posthumanismus und abstrakten Utilitarismus. Da ich irgendwie dazu neige, den Namen meiner utlitaristischen Konzepte alle paar Monate zu ändern, ist der aktuellste Text zu meiner Ethik unter dem Titel Fundamentalutilitarismus im Plateau Trivial zu lesen.

Bei meinen Recherchen über verschiedene Weltanschauungsgemeinschaften bin ich auch auf den Temple of Set gestoßen. Leider kann man vernünftigerweise nicht in mehreren Weltanschauungsgemeinschaften gleichzeitig sein, weswegen ich ihm nicht beitreten werde, obwohl mich das reizen würde. Eine Kooperation mit dem Tempel könnte sich aber durchaus als nützlich erweisen. Immerhin scheint das eine der vernünftigen Gesellschaften zu sein, die ich kenne.

Projekt Prometheus soll mehrere Aufgaben erfüllen:

  1. Gemmeinnützige Aktivitäten: Förderung der Wissenschaft, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, Tierschutz. Dafür sollten ca. 50% des Gemeinschaftseinkommens verwendet werden.
  2. Weiterentwicklung der Mitglieder: Lehrgänge, Workshops, Vorträge, usw. Dafür veranschlage ich erstmal 20% des Gemeinschaftseinkommens.
  3. Verwaltung und Expansion: Klar, von nichts kommt nichts. Es muss auch kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Und es müssen Treffpunkte für die Mitglieder eingerichtet werden. Dafür sollte man auch mit ca. 20% des Einkommes auskommen.
  4. Memetische Feldzüge: Gegen die Dummheit und Verblendung in der Welt. Aufklärungskampagnen sollten fehlgeleitete Individuen auf den Weg der wahren Vernunft (unseren Weg) fühlen. Für die Zwecke der memetischen Kriegsführung bleiben rein rechnerisch 10% der Gelder übrig.

Die Finanzierung soll über geringe Mitgliedsbeiträge und hoffentlich sehr großzügige Spenden erfolgen.

Soweit erst einmal der grobe Plan. Ob das gut gehen wird, wird die Zukunft zeigen. Immerhin habe ich jetzt zumindest eine grobe Vision, wie ich die Welt effektiv transformieren kann. Interessenten können sich natürlich bei mir per Mail bei mir melden.

Was ich hier schreibe, ist natürlich kein Witz. Das ist ernst!

Nachtrag

Nach einer vernünftigen Reflexion ist mir klar geworden, dass aus Projekt Prometheus so schnell nichts werden kann. Das Hauptproblem ist, dass ich nicht genug Zeit dafür habe, weil ich

  1. Noch mein Mathematikstudium abschließen muss.
  2. Es irgendwie hinbekommen muss, meinen Lebensunterhalt vollständig zu finanzieren.
  3. Die Ideologie, die hinter dem Projekt steht, hinreichend weit entwickeln muss.
Das sind durchaus ernsthafte Probleme, die wohl frühestens in 5 Jahren überwunden sein könnten.

Bis dahin muss die Welt wohl ohne meine Hilfe zurechtkommen. Ich hoffe mal, dass sie in der Zwischenzeit nicht untergeht ;)

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© Michael Hrenka, 2007